Pressestimmen (Dirigent)

Meersburger Sommerakademie 2008, Chorkonzert

„ Geheimnis und Schrecken des Todes

Die Konzert- und Besinnungsstunde des Kammerchors Winterthur bewegte mit kunstvoller Harmonik der Spätromantik und letzten Fragen aus moderner Sicht.

Kaufhausdekorationen, die schon im Oktober die Vorfreude auf Weihnachten zelebrieren, haben die Dramaturgie des evangelischen Kirchenjahres verwischt. Diese stellt vor den Advent den Sonntag des Gedenkens an die Toten. Vertraut mit dem Kalender ist noch das Konzertleben der Chöre. Unter dem Titel "Seele, vergiss nicht die Toten" hat der Kammerchor Winterthur am Sonntag in der Dorfkirche Veltheim zum besinnlichen Konzert eingeladen. Es wies mit Chorwerken a cappella von Peter Cornelius, Hugo Wolf und Max Reger und mit Lyrik des 20. Jahrhunderts von Ernst Meister, Paul Celan und Laure Wyss aber auch weit über den alten kirchlichen Rahmen hinaus ins Offene, wo es mit dem Trost schwierig geworden ist. Geheimnis und Schrecken des Todes betreffen jeden und trafen - so lässt sich die Konzertstunde oder musikalische Meditation des Kammerchors zusammenfassen - die Anwesenden in der vollen Kirche ganz direkt. Wie da Schönheit des Musizierens mit existenzieller Ratlosigkeit kollidierte! "Es will sich im Toten das Nichts verschweigen. So ist es ganz wirklich" - Ernst Meisters Wort war gleichsam Motto und Aufforderung, die dem Nichts entgegengestellte Klangfülle umso intensiver wahrzunehmen. 

Gediegene Chorarbeit

Der Kammerchor machte dies auch leicht mit seiner reinen Intonation und Durchhörbarkeit der spätromantisch komplexen Harmonien und ihren wunderbaren Auflösungen ins Schlichte. Die deutliche, aber in den Klangfluss integrierte Diktion und die dynamische Flexibilität trugen zum Eindruck eines spontanen und ganz der lebendigen Audrucksgestaltung gewidmeten Musizieren bei. Bemerkenswert war die Homogenität im Gesamtklang wie in den einzelnen, oft auch geteilten Registern. Gleich zu Beginn hatte es der nicht einmal dreissigköpfige Chor unter der inspirierenden Leitung von Burkhard Kinzler mit dem achtstimmigen "Der Tod, das ist die kühle Nacht" von Peter Cornelius auf ein Gedicht von Heinrich Heine, sodann mit dessen sechsstimmigen "Requiem" auf ein Gedicht von Friedrich Hebbel zu tun. Griffig fand der Chor hier vom ersten Unisono-Takt zur dissonanten Reibung des zweiten und im grossen Zug zum weit aufgefächerten Geschehen mit stürmisch bewegten Passagen, schliesslich zum harmonischen reinen Grundakkord, der alles Profane aufhebt. Es lag Cornelius offenbar fern, Heines Traum von der jungen Nachtigall ironisch zu lesen und Hebbel bei seiner Bitte, die Toten nicht zu vergessen, dabei zu ertappen, dass er ganz realistisch vor allem an seine "gewissen Aussichten auf Unsterblichkeit" als Dichter dachte. Auch die fünf Werke von Hugo Wolf und von Max Reger münden bei aller harmonischen Ausweitung in den Wohllaut der Tonalität. Regers Motette "O Tod, wie bitter bist du" wechselt in der letzten Strophe die Tonart von Moll zu Dur und die Perspektive vom bitteren zum wohltätigen Tod: einer der hypnotisierend-schönen Momente des Abends.

Das grausame Leben

Aber der moderne Kontrapunkt fehlte nicht. In der Konzertmitte stand etwa das harte Wort der Schriftstellerin Laure Wyss: "Vollendet ist es nie, unser Leben, nur grausam, ein Zufall, von dem niemand weiss, wohin es zurückfällt, ins Nichts." Davor auch Paul Celans "Todesfuge", die - von Felix Heller schlicht und eindringlich vorgetragen - den Assoziationsraum des Abends sprengte: Der Tod nicht als die anonyme Macht, mit der es ein jeder zu tun hat, sondern identifiziert als "der Meister aus Deutschland", und davor auch Burkhard Kinzlers [...] "Totengebet", das auf das Wort "Licht" in einem dissonanten Akkord verklingt. Der Text stammt von Georg Kafka, der 1944 im KZ umgebracht wurde. Adressat ist die Ewigkeit, angesprochen als Licht wie als Dunkelheit. Vertont hat Kinzler das Gebet für den Chor in rezitativisch changierenden Klängen, auch lautmalerisch mit den "Glocken von Erz". Die Solistin verkörpert in lyrischer Ausweitung das betende Ich in seiner Einsamkeit. Berührend liess die Sopranistin Anna Gschwend die Lineaturen über den grossen Tonumfang und gleissende Spitzentöne hinweggleiten. Der Chor setzte mit diesem Stück ein suggestives Zeichen für die Gegenwart und fügte es mit subtiler Klangarbeit ins Programm, das mit Regers "Nachtlied" herb versöhnlich endete. "

(Aufführung 23. November, Zürich [altes Krematorium], 24. November, Winterthur [alte Dorfkirche Veltheim])

Landbote, 27. 11. 2019, Autor: Herbert Büttiker

 

„ Das klassische Herz der Kultband Queen

Meister sind wir alle mal im Leben, singen und grölen lauthals "We are the Champions" von Queen, 40 Jahre nach seinem Entstehen. Zeitlos berührend. Wie die meisten der Songs dieser Kultband. Warum eigentlich? Was macht den Zauber ihrer Musik bis heute aus? Eine mögliche Antwort gab der Kammerchor Winterthur am Samstagabend. Im voll besetzten Haberhaus sangen die gut 33 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Burkhard Kinzler ausgewählte Stücke von Queen. Und nein, sie klangen nicht nach Rock. Und es gab auch keinen Leadsänger wie Freddy Mercury, sondern der gesamte Chor war Sänger und Band gleichzeitig.

Rock oder Madrigale?

Wie sich das anhört? Als der Chor mit "White Queen" begann, blinzelte so mancher Zuhörer irritiert. Dies klang so gar nicht nach der singenden Gitarre von Brian May und dem voluminösen Gesang von Freddy Mercury, dies klang nach Madrigal! Auch das weitere Stück klang klassisch, spätestens beim dritten Stück, "Good old-fashioned Loverboy" merkte man, welchen musikalischen Kniff Burkhard Kinzler gewählt hatte. Er übertrug jede Stimme eins zu eins auf den Chor und machte damit etwas sehr transparent, was vom Rock eher überdeckt wird. Nämlich wie klassisch aufgebaut Queens Musik ist. Wie sehr sie sich der Kompositionstechnik der alten Meister bedienten, wie komplex ihre Harmonik ist. Darum klingen die Frühwerke von Queen wie Madrigale, "Loverboy" wie Barber[shop], "Somebody to love" wie purer Gospel.

Gesanglich eine Herausforderung

Der Kammerchor Winterthur schaffte es durch seinen wirklich schönen Chorklang, auch die musikalische Entwicklung der Queen-Songs hörbar zu machen. Was sicher nicht einfach ist, denn Queen sind gesanglich auch für einen so versierten Chor wie den Kammerchor Winterthur eine Herausforderung. Gut ein Jahr hat er geprobt. Waren deren Frühwerke komplex, sind die späteren Werke einfacher. Was zu einem verschlankten Chorklang führt, durch den der Revoluzzerschalk wie in "Killer Queen" oder "We will rock you" durchblinzelt. Das ist dem sorgfältigen Arrangement von Burkhard Kinzler zu verdanken. Denn Queen so zu hören, gleicht einer Wiederentdeckung ihrer Musik. Gerade auch, wenn man so durch den Abend geführt wird wie mit Moderator Jonas Bühler, der mit viel Humor und grosser Kompetenz über Queen plauderte."

von Indrani Das Schmid, Schaffhauser Nachrichten, 26. 6. 2017

 

 

„ Musikalischer Brückenbauer "

Portrait von Burkhard Kinzler im Landbote Winterthur, erschienen am 9. 3. 2016

von Helmut Dworschak

Sie finden den ganzen Artikel als pdf unter dem Menüpunkt "Museumskonzerte".

 

„ Denn das Schöne...

Unter der Gesamtleitung von Burkhard Kinzler brachten Studierende der Zürcher Hochschule der Künste, das erweiterte Ensemble TaG und der Kammerchor Winterthur selten zu hörende Werke des politisch und kulturell spannenden Zeitraums von 1910 bis 1954 zur Aufführung.

Unter dem Titel "Denn das Schöne" stand die Freundschaft des Solothurners Erich Schmid (1907 - 2000) und des in Hessen geborenen Erich Itor Kahn (1905 - 1956) im Zentrum, die sich beide mit den kompositorischen Mitteln der Neuen Wiener Schule beschäftigten und einen regen Austausch unterhielten. Das Ziel des Projekts war, einige der Werke dieser zwei wenig bekannten Komponisten der jüngeren Musikgeschichte wieder ins Bewusstsein zu bringen. Anlass dazu war die Edition der Autobiographie Erich Schmids mit seinen Briefen und Konzerprogrammen in drei Bänden unter der Leitung von Lukas Näf.

Den Werken Erich Schmids und Erich Itor Kahns wurden Kompositionen von Anton Webern gegenübergestellt. Dabei zeigte sich die erfolgreiche Zusammenarbeit der Profimusiker des Ensemble TaG mit Studierenden der ZHdK und den ausgezeichnet singenden Laien des Winterthurer Kammerchors auf herrlichste Weise."

(Aufführung Winterthur 20. 6. 2014, Zürich 21. 6. 2014)

Winterthurer Jahrbuch 2014

 

„ Unreine Akustik

Ein leerer Raum ist einfach leer ... Im Projekt NUMEN wird nun der Kirchenraum explizit zum Thema gemacht. Den Initianten Beat Gysin und Lukas Langlotz geht es ... in erster Linie um rein akustische Erfahrungen ... Die Ausgangslage ist deshalb interessant, weil die Klangversuche eben nicht in einem künstlich leeren Raum durchgeführt werden ... Die Antworten fallen an diesem Abend sehr unterschiedlich aus ... So hat sich die Leonhardskirche Basel im Laufe des Abends mit den unterschiedlichsten Impressionen gefüllt, zu denen auch die engagierte und hochprofessionelle Aufführung der zahlreichen Musikerinnen und Musiker (Ensemble SoloVoices zusammen mit einem ausgezeichneten Instrumentalensemble unter der Leitung von Burkhard Kinzler) ... beigetragen haben. Das Laboratorium Kirchenraum ermöglichte spannende Auseinandersetzungen, die auch die Zuhörer dazu anregten, über ihr Verhältnis zur Kirche, zum Sakralen, zur Religion und zur Welt zu reflektieren."

(Projekt NUMEN)

Dissonance Nr. 123

 

„ Lust an der klingenden Wirklichkeit

Der Komponist Roland Moser in einem Zürcher Porträtkonzert

Zwar fehlten gross besetzte Werke genauso wie Bühnen- und Vokalkompositionen, aber in gewissem Sinne konnte die kleine Werkauswahl aus vier Jahrzehnten dennoch als repräsentativ gelten für das Schaffen von Roland Moser, der in wenigen Wochen siebzig wird. Denn wie die Entstehung der einzelnen Werke an Aufträge, Musiziersituationen oder Personen gebunden war, so wurde auch deren Zusammenstellung vom Aufführungsanlass bestimmt: Studierende der Zürcher Hochschule der Künste hatten die Stücke unter der Leitung von Burkhard Kinzler und zusammen mit dem Komponisten erarbeitet... Die oft beträchtlichen technischen Schwierigkeiten ... bewältigten die Studierenden fast mit Selbstverständlichkeit. Dazu gesellten sich die ganz eigenen Herausforderungen der neuen Musik, des subversiven Schalks Mosers (so, wenn Jonas Gassmann in immer absurderer Häufigkeit seine Blockflöten zu wechseln hatte), aber auch des kammermusikalischen Ensemblespiels. Auch hier gelang vieles überzeugend, aber es waren nicht zufällig solistisch besetzte Werke, die am schlüssigsten gerieten... Am Ende zeigte nicht nur der Solist stolze Freude, sondern auch der Komponist."

(Atelier Roland Moser, Einstudierung Burkhard Kinzler)

NZZ, 27. 3. 2013

 

„ Authentische Interpretation?

Atelier Anton Webern an der Zürcher Hochschule der Künste

Wie soll man zwölftönige Musik und im Besonderen jene Anton Weberns interpretieren? Welche Tempi sind zu wählen? Welche Intonationskonzepte? Solche Fragen werden an der ZHdK vom Forschungsschwerpunkt untersucht, indem verschiedene Aspekte der "überzeugenden Interpretation" untersucht werden. Der Webern-Forschungstag zeigte, wie dabei vorgegangen wird ... Die zentrale Bedeutung des Zusammenwirkens der Klänge macht es laut Burkhard Kinzler erklärbar, warum Webern selbst sich dagegen wehrte, dass seine Musik ... pointillistisch - quasi Ton für Ton - interpretiert wurde. Die Folgerung liegt nahe, dass daher nicht eine temperierte Intonation zu wählen ist, sondern dass reine Intervalle angestrebt werden sollen.

Reflektierte Musikalität

Damit war die Absicht formuliert. Doch wie ist sie musikalisch umzusetzen? Um die Intonationen von Einspielungen zu analysieren und ersichtlich zu machen, haben Hans-Christof Maier und Benjamin Rupprechter in einem Projekt der ZHdK ... die Software "Sync-vis" entwickelt. Sie zeigt bei historischen und neu angefertigten Einspielungen mit Einfärbungen der Partitur, wie intoniert wurde. Diese Software verwendeten Burkhard Kinzler und Studierende der ZHdK, um Weberns Sinfonie op. 21 einzustudieren [inhaltlich nicht ganz zutreffend, die Software wurde erst im nachhinein zur Analyse eingesetzt] – mit einem eindrücklichen Resultat, das am Abend im Konzert zu hören war. Dass sich die vertiefte Auseinandersetzung mit der Musik positiv auf die Interpretation auswirkt, zeigte sich auch in den anderen Stücken und Fundstücken des Programms um Webern und die zwei jüngeren Komponisten Hanns Eisler und Hans Erich Apostel."

(Atelier Anton Webern, ZHdK, 12. 1. 2013, Einstudierung und Leitung Burkhard Kinzler)

NZZ, 15. Januar 2012

 

 

„ Wenn Klang zu Gesang wird

Der Kammerchor Winterthur unter der Leitung von Burkhard Kinzler hat das Programm "(Fast) ohne Worte" realisiert. Und Klangwelten geschaffen, die wie Naturereignisse wirken.

Der Konzertort war so aussergewöhnlich wie das Programm des Kammerchors: die Labüsch-Bar auf dem Sulzerareal Stadtmitte. ... Es ist der perfekte Ort für ein musikalisches Experiment: Chormusik aufzuführen, die beinahe vollständig auf zusammenhängenden Text verzichtet oder diesen klangmalerisch verwendet. Umgesetzt wird die Idee mit Werken von Clément Jannequin und Orlando di Lasso aus der Renaissance bis hin zu Stücken der Moderne unter anderem von György Ligeti, Morton Feldman und Erich Itor Kahn...

Die Moreschen von Orlando di Lasso ... bestechen durch ihre Leichtigkeit und Lautmalerei. So lösen sich die Frauenstimmen mit den männlichen Stimmen im Chor immer wieder ab und münden in ein wild durcheinandergemischtes Geplapper, bis sie zum Schluss einen voluminösen Klangkörper bilden, welcher auf der maximalen Höhe verstummt ... Aufgelöst wird der Konzertabend, wie er begonnen hat: mit einem beschwingten Stück von Jannequin. Im "chant des oyseaux"... dominieren in den verstehbaren Textteilen Wortspiele, während in den sinnfreien Teilen vokale Nachahmungen von Vogelstimmen vorherrschen ...

weckt neuen Lebensmut und demonstriert eindrücklich, wie stimmgewaltig der Kammerchor auch (fast) ohne Worte singt."

(Konzert des Kammerchores Winterthur, 12. und 13. Mai in Winterthur)

Landbote, 14. Mai 2012

 

 

„ Barocke Musik aus Frankreich

Charmant - wie Charpentier! Von ihm, Monsieur Marc Antoine Charpentier, gab es am vergangenen Samstag in der Neuhauser Reformierten Kirche ein Konzert, das sehr viel Charme und darüber hinaus auch viel Tiefsinn hatte. ... Die Interpretationen der anspruchsvollen Werke haben Begeisterung und starken Applaus ausgelöst. Die Schaffhauser Madrigalisten unter der Leitung von Burkhard Kinzler widmeten sich, zusammen mit dem Schaffhauser Barockensemble und fünf Vokalsolisten, einem weihnachtlichen Programm ... es waren durchweg stilsichere Wiedergaben französischer Barockmusik. Sowohl die Schaffhauser Madrigalisten als auch das Schaffhauser Barockensemble ... und die Vokalsolisten Seraina Perrenoud, Stephanie Boller, Benjamin Berweger, Jan Thomer und Ernst Buscagne gestalteten ihre Partien mit eindringlicher Musikalität. ... Die O-Antiphonen ... hier von den Solistinnen und Solisten mit bewegend klarem Ausdruck vorgetragen ... In der "Messe de Minuit" kam Charpentiers musikalischer Einfallsreichtum aufs Schönste ins Spiel, er wurde von den Ausführenden in allen Facetten zum Ausdruck gebracht ... Dass die Madrigalisten die französisch gefärbte Aussprache des Lateins praktizierten, hat den Charme dieser Mitternachtsmesse noch erhöht. ... Der Gesang zur Geburt unseres Herren Jesu Christi ... bot den Solisten, dem Chor und dem Barockensembls nochmals die Gelegenheit, ihre bewundernswerte Musizierkunst zum Ausdruck zu bringen"

(Konzert der Schaffhauser Madrigalisten mit weihnachtlicher Musik von Charpentier, 10. und 11. Dezember 2011 in Neuhausen bzw. Stein am Rhein)

Schaffhauser Nachrichten, 12. 12. 2011

 

„ Bewegter Raum mit Kirchenmusik

Mehrchörigkeit und Moderne waren die Leitlinien des jüngsten Chorkonzertes in St. Nikolaus. Auf dem Podium standen und sassen Musiker der Meersburger Sommerakademie.

...Es ist wie ein Bild. Eindrucksvoller liesse sich der Kerngedanke dieser Musik kaum beschreiben. Wie Burkhard Kinzler, Professor an der Zürcher Hochschule der Künste, an seinem Pult steht und mal den Hauptchor vor dem Altar, mal die Sängerinnen und Sänger im Seitenschiff, dann die Solisten auf der Orgelempore dirigiert, zeigt er die gedankliche Essenz des Stückes, den Kern dieser Konzert-Auszüge von Andrea Gabrieli. Der nämlich spielt mit dem Raum. Gabrieli füllt ihn nicht einfach "nur" mit seiner Kirchenmusik. Er bewegt ihn, rollt ihn gewissermassen mit Klang auf, indem die Chöre darin wechselnd zum Einsatz kommen oder auch gemeinsam singen... Hauptstück des "Canticum Sacrum ad honorem Sancti Marci nominis", einem Hymnus auf die Kathedrale der Lagunenstatt, aber auch einem musizierten Hilferuf, der die moderne Zerrissenheit geschickt in die musikhistorische Perspektive stellt und dank der überzeugenden Interpretation der Meersburger Sommer-Akademiker so genuss- wie gewinnbringend veranschaulichte."

(Chorkonzert der Meersburger Sommerakademie, 3. 9. 2011 Markdorf)

Südkurier, 6. 9. 2011

 

„ Serenade unter freiem Himmel

... die drei Lieder des gemischten Chors von Rossini unter Burkhard Kinzler begleitete Juheon Han am Klaiver ... In stimmlicher Harmonie, Modulation und Ausdruckskraft beeindruckend, erhielt der Chor viel Beifall..."

(Serenadenkonzert der Meersburger Sommerakademie, 31. 8. 2011 Meersburg) 

Südkurier, 2. 9. 2011

 

„ Serenadenkonzert bietet puren Musikgenuss

... gleich werden die Sänger unter den differenzierten Gesten ihres Chorleiters Prof. Burkhard Kinzler aus Zürich die feinen Nuancen herausarbeiten, die ihm wichtig sind. In der chorischen Arbeit sind ihm Vokale und ihre musikalische Ausgestaltung ein zentrales Element. Der Hörer erlebt Crescendi und Decrescendi auf einzelnen Tönen - eine hohe Kunst. Immer wieder zieht der Klang wie eine Welle durch die einzelnen Stimmen. Bis zu acht Stunden pro Tag wurde geprobt bis zu dieser Perfektion..."

(Serenadenkonzert der Meersburger Sommerakademie) 

Schwäbische Zeitung, 2. 9. 2011

 

„ Köstlich

Das "heilige Gastmahl" verwöhnte am Konzert des Kammerchors Winterthur und des Neuen Zürcher Kammerchors in der Stadtkirche die vielen Zuhörer mit einer Reihe hervorragender Köstlichkeiten

... Als Mittelpunkt des Konzerts unter der Leitung von Burkhard Kinzler und Beat Schäfer fungierte dabei die Motette "o sacrum convivium" von Olivier Messiaen, die dem Programm den Namen gab und auf das heilige Abendmahl verwies. Messiaens Motette war der Pol, der langsam und leise in sich ruhte, sich dann aber doch mit harmonisch überraschenden Wendungen und einer grossen Spannung fortbewegte.

... fügten sich alle Zwischenpartien so nahtlos in die Messe [von Frank Martin] ein, dass die Grenzen verschwammen und das Konzert zu einem harmonischen Ganzen wurde. Dies war das Ergebnis einer stimmigen Konzertdramaturgie, aber auch das Verdienst der beiden Chorleiter Kinzler und Schäfer, die ihre Sängerinnen und Sänger zu Höchstleistungen anspornten. Die über 50 Sängerinnen und Sänger meisterten Schwierigkeiten wie weite Spannungsbögen, grosse Tonumfänge und die vielen Harmoniewechsel hervorragend.

Wogende Stimmen

Dies kam besonders in Martins Messe zum Tragen: von den weiten und strahlenden Bögen des Kyrie, über das vielschichtige Gloria, das nachdenklich innehaltende Credo bis zu den wogenden Stimmen in ... Sanctus und Benedictus, bis zum abschliessenden Agnus Dei, das sich noch einmal in aller Ruhe zeigte - die Chöre begeisterten das Publikum mit grosser Spannung und Gestaltungskraft. Ein köstlicher Konzertabend!"

("O sacrum convivium, Konzert mit der Messe von Frank Martin sowie Motetten von Langlais, Poulenc, Duruflé und Messiaen; Kammerchor Winterthur und nzük, Leitung Burkhard Kinzler und Beat Schäfer)

Landbote, 5. 7. 2011

 

„ Wenn das Ungewohnte plötzlich ganz selbstverständlich klingt

Prominenter Besuch an der Zürcher Musikhochschule: Der Komponist Helmut Lachenmann ist hier - unter anderem als freundlich fordernder Lehrer

Zehn Minuten dauert der Workshop mit Helmut Lachenmann erst, und schon beginnt man über Dinge nachzudenken, über die man in der Regel nicht nachdenkt. Übers Einatmen zum Beispiel. Auf wie viele Arten man das tun kann! Mit oder ohne Ton, asthmatisch oder regelmässig wie im Schlaf, gurgelnd oder ächzend, wie in Panik oder geniesserisch. Die Sängerin (bzw. Schnauferin), die im Kurs zusammen mit einer Flötistin und einem Cellisten Lachenmanns 1968 entstandenes Trio "temA" präsentiert, hat all die in der Partitur vorgeschriebenen Nuancen erarbeitet, und das Resultat klingt nach wie vor avantgardistisch und ziemlich kompliziert. Aber dann atmet Lachenmann vor und erzählt dazu die Geschichte von dem Buch, das ihm als Kind verboten war und das er dann doch vom Nachttisch der schlafenden Mutter holen wollte, wobei er seine Anpirschtaktik nach ihren Einatmungsgeräuschen richtete - und alles wirkt ganz einfach. ... Und tatsächlich, plötzlich hört man eine Verbindung zwischen Bratsche und Schlagzeug, die vorher nicht da war, plötzlich fügen sich der Atemzug der Sängerin zu einem musikalischen Motiv. Dann freuen sich die Studierenden, und es freut sich der Komponist: "Super", ruft er dazwischen, "genau so". Wobei die Freude nicht nur dem Erblicken einer exotischen Spieltechnik gilt, sondern dem Verständnis dieses künstlerischen Moments. ..."

(Studierende der ZHdK, Leitung Burkhard Kinzler, bei einem Workshop mit H. Lachenmann, 12. 4. 2011)

Tagesanzeiger Zürich, 15. 4. 2011

 

„ Ergreifende Interpretationen

... Das anspruchsvolle Programm gab den Ausführenden die Gelegenheit, ihre überzeugende Gestaltungskraft unter Beweis zu stellen. Zu erwähnen ist auch der Begleittext des Programms, in dem Chorleiter Kinzler wertvolle Hinweise zur Entstehung der Werke und ihrer Gestalt gibt. ... Schon bei der ersten Motette, dem ... "Ave Maria", durfte man die Gesangskultur der Schaffhauser Madrigalisten geniessen. ... Der Chor interpretierte die Werke durchweg in klarer Phrasierung und Intonation – und vom Ausdruck her mit der gebotenen Innigkeit. ... Liszt hat sich in seinem Kreuzweg einer recht eigenartigen Stilmischung bedient. So begegnete man gregorianischen, barocken, klassischen und zeitgenössischen Anleihen, die der Komponist in aller Durchsichtigkeit ins Spiel bringt. Burkhard Kinzler und den Schaffhauser Madrigalisten, ebenso dem Organisten [Christian Gautschi] und dem Bariton [Jon Harthug] ist es gelungen, die verschiedenen stilistischen Aspekte in ihrer Dramatik und ihrem meditativen Gehalt zu einem bestechenden Ganzen zu fügen."

(Schaffhauser Madrigalisten, Leitung Burkhard Kinzler, 19. 3. 2011, St-Anna-Kapelle Schaffhausen)

Schaffhauser Nachrichten, 21. 3. 2011

 

„ So einsam ist die Welt

...Die Zusammenstellung der Werke war besonders hinsichtlich ihrer abwechslungsreichen Textbehandlung gelungen. Ganz unterschiedlich gingen die Komponisten mi demGedichten um, vertonten, bearbeiteten, collagierten die Worte, liessen sie durch die Sänger singe, sprechen, zerdehnen. Nelly Sachs' Lyrik eignet sich für diese Verfahren, denn sie ist dicht, voll starker Begriffe, aus kurzen Versen gebaut, fast jeder eine eigene Aussage. Der Gestus ihrer Gedicht ist sanft, doch durchsetzt mit harten Schlägen, geprägt vom Entsetzen darüber, was sie als Jüdin während des Holocaust erleben musste. ... Die Bedeutungsebene von Sachs' Worten ist bei Heinz Marti viel schwieriger ausfindig zu machen. 1970 vertonte er das Gedicht 'So einsam ist der Mensch', zusammen mit 'N'y va pas' von Jaques Prévert und dem lateinischen 'Te Deum'. Für jeden Text gibt es eine eigene instrumental-vokale Gruppe: Prévert wird von einem Tenor, überwiegend sprechend, flüsternd, hauchend vorgetragen, begleitet von vielgestaltigem Schlagwerk und filigraner Gitarre; Sachs wird von einer Sopranistin gesungen, in Begleitung von Querflöte, Klarinette und Violoncello mit kleinen, flirrenden Tongruppen; und das 'Te Deum' erhält eine langsame, sehr melodische Linie, gesungen vom Mezzosopran, gebettet auf schwebende Synthesizer-Sounds. Immer wieder ergeben sich interessante Klangschichtungen, doch nur selten kann der Textbezug nachvollzogen werden ... Die .. Mitglieder des Winterthurer Ensambles 'TaG' spielten die mitunter recht komplexen Werke mit ausgesuchter rhythmischer Präzision und einer grossen klanglichen Sorgfalt. ..."

(Ensemble Theater am Gleis Winterthur mit Werken von Vogel, Schütter u. a. sowie Heinz Marti , Leitung Burkhard Kinzler, 29. 1. 2011, Neumünster Zürich)

SMZ März 2011

 

„ Einsame Gesänge

Es kommt nicht oft vor, dass ein Konzertabend, der ausschliesslich zeitgenössische Musik im Programm führt, auf Uraufführungen verzichtet. ... Veranstalter dieses ungewöhnlichen Arrangements war die Stadt Zürich. Sie nahm den 40. Todestag der deutschen Lyrikerin Nelly Sachs zum Anlass, das Fortwirken ihrer Worte im Schaffen Schweizer Tondichter zu zeigen. ... Dabei fanden sich so viele Werke, dass man an diesem Abend ein gehöriges Stück Schweizer Musikgeschichte zwischen 1965 und 2003 erleben konnte - mit ganz unterschiedlichen Arten der Textbehandlung. ... Die rhythmische Präzision und die klangliche Sorgfalt, mit denen das Ensemble TaG diese und weitere mitunter recht komplexe Werke interpretierte..." (Ensemble Theater am Gleis Winterthur mit Werken von Vogel, Schütter u. a. sowie Heinz Marti , Leitung Burkhard Kinzler, 29. 1. 2011, Neumünster Zürich)

Neue Zürcher Zeitung 31. 1. 2011

 

„Von der hartnäckigen Kraft des Leisen

Hommage an den Komponisten Klaus Huber in Zürich

Einspruch: das ist, was Klaus Huber sein Leben lang gewagt hat. ... Oft atmen seine musikalischen Linien eine versponnene Schönheit, führen seine Klänge in einen verwunschenen Zaubergarten, ohne dabei den real existierenden Zustand der Welt auszublenden. An drei Konzerten, die ein zu Ehren des bald 86-jährigen Komponisten veranstaltetes Symposion der Zürcher Hochschule der Künste begleiteten, war dies auf mannigfaltige Weise zu erleben. In den klug zusammengestellten Programmen war auch zu hören, zwischen welchen musikästhetischen Polen sich Hubers Komponieren bewegt.

Renaissance und Barock

Sein Bezug zur polyphonen Tradition der abendländischen Musik war Thema des Eröffnungsabends. Sogenannten "In-nomine"-Kompositionen, Instrumentalstücken aus dem England des 16. Jahrhunderts von John Taverner, John Parson und John Bull, die Yvonne Ritter zunehmend beherzter auf dem Cembalo interpretierte, standen Werke von Huber gegenüber, die in ihrer Faktur Bezug nahmen auf Renaissance- und Barockmuster. Explizit im Anschluss an Taverners Stück ist "In nomine - ricercare il nome" für Streichtrio, Altflöte, Bassetthorn und Altposaune entstanden, das über ruhig sich verschiebenden Klangflächen Gesten einzelner Instrumente wie unter dem Vergrösserungsglas zeigt. Auf eine Basslinie aus Henry Purcells "Dido and Aeneas" geht "Ein Hauch von Unzeit" zurück. In der dargebotenen Triofassung ist das originale Flötenstück zu einem freien Kanon erweitert, den Lucas Jordan (Flöte), Mariella Bachmann (Bassetthorn) und Samuel Price (Altposaune) von verschiedenen Positionen im grossen Saal der Hochschule der Künste aus meditativ entwickelten. Ebenfalls aus den frühen 70er Jahren stammt "... inwendig voller Figur ...", woraus der Bariton Jon Harthug das Vokalsolo "Traumgesicht" klangschön und expressiv sang.

(Studierende der ZHdK, Leitung Burkhard Kinzler, 29. 3. 2010)

Neue Zürcher Zeitung, 4. 4. 2010

 

„ Passionsmusik in meditativer Konzentration

... Buxtehudes Kantatenzyklus [membra jesu nostri] wurde unter der Leitung von Burkhard Kinzler ergreifend aufgeführt durch die Schaffhauser Madrigalisten, die Instrumentalisten des Ensemble Capricornus Basel auf Barockinstrumenten und ein Quintett von Sängerinnen und Sängern. Der Chor, anfänglich klanglich etwas verhalten, überzeugte mit sicherer Intonation und zeigte sorgfältige Schulung der barocken Klangrede in elastischem Ein- und Ausschwingen der Phrasen sowie in wohltuendem Entlasten der Endsilben. Die Solisten hätten besser gewählt nicht sein können. Seraina Perrenoud, Dorothea Potter (beide Sopran) Alex Potter (Altus), Benjamin Berweger (Tenor) und Ernst Buscagne (Bass) setzten klangliche Glanzlichter sowohl solistisch als auch als Ensemble. Ihre Stimmen, allesamt wohltuend ungekünstelt, ausdrucksstark und von einem Klangfarbenreichtum, der ebenso Emotionen wie instrumentale Wirkung transportieren konnte, gingen unter die Haut und erzeugten das eine oder andere Erschauern im Publikum. 

Buxtehudes Kantatenzyklus enthält einen bedeutenden Anteil an rein instrumentaler Musik. Sowohl in den Vor- und Zwischenspielen als auch in der begleitenden Funktion zeigte sich das Instrumentalensemble als geschmeidiger und sehr verbindender Klangkörper. ..."

Schaffhauser Nachrichten, 4. 3. 2010

 

„ Der Zufall wollte es, dass an diesem Wochenende gleich zwei spannende Produktionen mit Musiktheatern von Studierenden zu sehen waren, und sie zeigten auch, welche Impulse von ... Hochschulen ausgehen könnten. 

An der ZHdK hatte der deutsche Komponist Manos Tsangaris vergangene Woche mit Studierenden gearbeitet. Daraus entstand in Zusammenarbeit mit Burkhard Kinzler das "Theater für ein Haus", das zahlreiche, höchst verschiedenartige Räume der Musikhochschule auf ungewöhnliche Weise einbezog. Ein knappes, nur wenige Minuten dauerndes Stück (Sessellift) fand zum Beispiel im Warenlift statt und deutete eine kurze, etwas erschreckende Geschichte an, in die der Zuhörer einbezogen wurde. Das Publikum musste erst anstehen, bis es diesen "Konzertraum" in einer Vierergruppe betreten konnte. Ungemein konzis und perfekt durchgestaltete Minidramen waren da zu erleben, Stücke, die in ihrer vieldeutigen Knappheit ganz eindeutig auch den Denk- und Fühlapparat im eigenen Hirn ankurbelten ..."

Tages-Anzeiger Zürich, 26. 1. 2010

 

„ ... sorgfältig die Wiedergabe durch das Ensemble TaG und den Dirigenten Burkhard Kinzler. Ein szenisches Konzert, dessen Uraufführung überzeugte ..."
(Hans-Jürg Meier, „annunciazione" für Sopran, Altus und Instrumentalensemble)
Radio DRS 2, 16. 5. 2009

„ ... Das unter der Leitung von Burkhard Kinzler spielende erweiterte Ensemble TaG / Neue Musik Winterthur bildet einen differenziert ausgearbeiteten Klanghintergrund, der immer wieder Assoziationen an das „Wehen des Windes" hervorruft ..."
NZZ (Neue Zürcher Zeitung), 18. 5. 2009

 

„ ...  Diese [die Ausführenden] agieren unter der Leitung von Burkhard Kinzler souverän: Muriel Schwarz (Sopran) und Alex Potter (Altus) in den weitläufigen Vokalpartien und im äusserst differenzierten Klanggeschehen das um Bandoneon, Aulos, Blockflöten und Saxofon erweiterte Ensemble des TaG."

Landbote, 23. 5. 2009


„ ... verbunden mit einer liebevoll durchdachten Inszenierung, einer stimmigen und wohleinstudierten Chorarbeit und einem spürbar wohltuenden Engagement aller Mitwirkenden ..."
(Orazio Vecchi, „l'amfiparnaso", Aufführung mit commedia dell'arte)
Schaffhauser Nachrichten, 16. 2. 2009


„ ... das von Burkhard Kinzler mit sensibler Präzision dirigierte „Du fond de l'abîme"..."
(Lili Boulanger, „Du fond de l'abîme")
Südkurier Überlingen, 2. 9. 2008

 

„ ... wunderschön ausgewogenen, von Vogelgezwitscher durchzogenen A-cappella-Gesang kredenzten die 84 stimmschönen Chorsänger unter der Leitung von Burkhard Kinzler mit Jannequins "Le Chant des Oiseaux"..."

Südkurier Überlingen, 29. 8. 2008

 

„ ... Die verblüffend dynamische, nüchterne Interpretation von Burkhard Kinzler aber vermied die heiklen Liszt'schen Seiten - kurz gehaltene Bläser, schlank, dynamisch die Celli, die satten Streichersätze immer auf einem unteren Volumen, das schwere Orchester immer straff, oft geradezu leicht dirigiert, immer die Balance zwischen dem massigen Chor und dem Orchester gefunden, die Liszt'sche Opulenz abgespeckt. Faszinierend die Dynamik, die Nuanciertheit des Chores, die dem Werk die Schwere nahm, überzeugend die Harmonie mit dem Orchester..."
(Franz Liszt, Graner Messe)
Schwäbische Zeitung Ravensburg, 3. 9. 2007

 

„ ... unter Burkhard Kinzlers umsichtiger, versierter Leitung erwies das ensemble chroma sich als kompakter Kammerchor mit homogenem Klang von ansprechender Qualität - bei stets klarer Intonation. Die Proportionen blieben durchweg genau ausbalanciert, die Dynamik gestaltete sich beweglich... Seine bemerkenswerte Gewandtheit im Umgang mit Avantgarde-Techniken demonstrierte dann das ensemble chroma in Kinzlers Psalm-Fragment nach Nelly Sachs, das aleatorische Vorgänge mit einbezieht, auf unkonventionelle Vokalpraktiken setzt und durchaus seine atmosphärische Dichte hat. Und in Holligers Psalm ... agierten die Vokalisten ausgesprochen virtuos. Die Flüstertöne, Atemgeräusche und Zischlaute ... produzierten sie differenziert und koordiniert..."
(Werke von Ives, Kinzler. Lasso, Brahms, Holliger, Byrd und Schönberg)
Rheinpfalz, 18. 8. 2004


„ ... hoch beeindruckt war man von der Spannkraft und dirigentischen Perfektion, mit der Burkhard Kinzler in sparsamer Zeichengebung über zwei Stunden lang die wechselnden Ensembles lenkte..."
(Jubiläumskonzert „10 Jahre audite nova", Werke von Berio, Spahlinger, Walter, Kinzler)
Heidenheimer Zeitung, 16. 3. 1999

 

„ ... viel zum Erfolg der Uraufführung haben die „Brambilla"-Band und ihr Dirigent Burkhard Kinzler beigetragen. Mit seinem präzisen Dirigat setzt Kinzler auf Transparenz, Klarheit und starke Expressivität, die Band spielt einen satten, packenden Sound und meistert die schwierigsten Figuren. Hervorragend die Sängerinnen und Sänger..."
(Kaspar Ewald, „Brambilla")
Basellandschaftliche Zeitung, 8. 5. 1999

„ ... doch hier zeigt die Aufführung deutlich, dass mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln genau und mit grossem Engagement gearbeitet worden ist. Die Aufführung ist unterhaltend und von herrlichem satirischem Geist. Die musikalischen Leistungen sind ausgezeichnet, die „Brambilla"-Band spielt unter dem Dirigat von Burkhard Kinzler die rhythmischen Überlagerungen mit klarer Artikulation und entwickelt Drive..."
„ ... junge Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger unter der Leitung des präzisen und umsichtigen Burkhard Kinzler .... gut einstudiert, auch komplex geschriebene Passagen geraten präzise und mit dem nötigen Groove ..."

(Michael Bürgin, „Death and Fame")

Basler Zeitung, 13. 8. 2001

 

Pressestimmen (Komponist)

„...Es klingt, als hätte Bruckner plötzlich Fransen. Aus dem "Tota pulchra es" lösen sich einzelne Tenorstimmen, wiederholte Floskeln reiben sich aneinander, weitere Stimmen des Chores kommen hinzu, bis sich ein vieltöniger Cluster ergibt, dessen schillernde Fläche an Ligeti erinnert. Der Komponist Burkhard Kinzler hat drei Stücke geschrieben, die als "Bruckner-Brücken" das Programm dieser CD auf ebenso kongeniale wie fesselnde Weise ergänzen. ... Kinzler führt von Bruckners geschärften harmonischen Momenten weg in die Klangwelt unserer Zeit. ... Auf Kinzlers dritter "Bruckner-Brücke" wandelt man hörend über gesummte Akkorde aus dem "Locus iste", die sich langsam verfärben und verändern, wie auf einem weichen Teppich in Richtung des finalen ätherischen "Amen". 

FonoForum 12/2022, Susanne Benda

 

„...Anton Bruckners Motette "Tota pulchra es" schwingt sich über fast synagogal wirkende Verzierungen einer Solotenorstimme sphärisch hinein ins 21. Jahrhundert. Die festen Tonhöhen werden verlassen, Vierteltöniges ist zu hören, zwei Stimmen reiben sich aneinander, immer dichter wird das Gewebe einander umschlingender Melismen. Schliesslich bewegen sich die Chorstimmen in gemeinsamen Glissandi hin zur nächsten Bruckner-Motette – und gleiten förmlich hinein in das "Ecce sacerdos" hinein... Assoziationen von Burkhard Kinzler zu Bruckner haben wir eben ... gehört, das sind zeitgenössische Blicke zurück ins 19. Jahrhundert...“ 

SWR2, Musikmarkt: Album-Tipp, Susanne Benda, 7. 11. 2022

 

„...Als dritter Bestandteil finden sich Stücke von Burkhard Kinzler auf der CD, die extra für die Aufnahme beauftragt wurden. Damit decken die Zurich Chamber Singer dann drei verschiedene Epochen ab, und geben überdies dem beschlagenen Auftragskomponisten Kinzler eine Bühne, der als Komponist vor allem auch durch seine Lehraufträge, derzeit an der Zürcher Hochschule der Künste, auffällt. Seine Kompositionen für das Album sind gleichzeitig ein Bindeglied zwischen Bruckner und Palestrina, und stehen aber aufgrund des charakteristischen Stils Kinzlers auch für sich. Gleich in "Bruckner Brücke I" demonstrieren die Sänger*innen des Ensembles die spannungsreichen Harmonieschichtungen, die von enervierenden Sekunden aufbauend dann nach einer Zäsur zur Überleitung ins "Ecce sacerdos" kommen. Beharrlich ostinativ werden die Vielharmonien mit unglaublich synchronen Glissandi ineinander überführt, so dass mir der Atem stockt...“ 

Berührende Harmoniegeschichte

In Burkhard Kinzlers "Bruckner Brücke II" leitet das Ensemble in fast schon unverschämt frecher Harmonik und wieder mit diesen fesselnden, fast endlosen Glissandi hin zum von mir sehr geliebten "Os iusti", dessen berührende Harmoniegeschichte die Zurich Chamber Singers mit grosser Hingabe erzählen. Einmal mehr sind es dann die Sopranistinnen, die brillant den Klimax gestalten, bevor das Stück dann in wohligem Frieden ausklingt... Dieses Album ist atemberaubend...“ 

Orchestergraben.com, Stefan Pillhofer, 3. 11. 2022

 

„...Logischer könnte man den modernen Komponisten Burkhard Kinzler (1963 geboren) als modernen Bruckner bezeichnen: Er führt Bruckner, ich zitierend und mit ihm beginnend, auf dieser CD als „Brückenbau“ kompositorisch weiter. ... Ein Bruckner der Moderne? Die glühende Ekstatik ist dann aber bei den drei BrucknerBrücken von Burkhard Kinzler da: Die beziehen sich genau auf die vorhergehende Bruckner-Musik, gehen teilweise daraus hervor und leiten zur nächsten Nummer über. Es sind textlose, frei schwebende, irisierende und schillernde, in sich vibrierende Gesangslinien, die sich reiben und auf- und abgleiten, aus dem Nichts kommen und ins Nichts verhallen: eine sehr intensive Huldigung an Bruckners visionäre Chormusik. Kinzler als Bruckner der Moderne?...“ 

klassik-heute.de, Reiner W. Janka, 17. 10. 2022

 

„...As well as reminding us what a superb choral composer Bruckner was, this admirable album places his music alongside Palestrina and the contemporary Burkhard Kinzler to excellent effect. The fresh-sounding choir suits the music very well.

BBC Music Magazine (JP), 28. 10. 2022 

 

„...Die ausgezeichneten Zurich Chamber Singers schaffen mit einer Kombination von Bruckners lateinischen Motetten mit Werken von Palestrina und Burkhard Kinzler neue Hörgewohnheiten...“ 

(BrucknerBrücken für Vokalensemble)

Radio Klassik, CD des Tages, 4. 10. 2022

 

 

„... Sehr eindrucksvoll auch der zwölftönige A-cappella-Chorsatz "Omnia tempus habent" ("Alles hat seine Zeit") von Burkhard Kinzler, Schwiegersohn des 2011 verstorbenen früheren Stiftskirchen-Kantors Gerhard Steiff, 1997 komponiert und Rombach gewidmet. Rätselhafte Sphinx-Klänge in einer ortlosen Schwebe, minimalistisch aufs Notwendigste verknappt, einstimmig steigende und fallende Linien mit der ausbalancierten Unabänderlichkeit ewiger Gesetze...“ 

("Omnia tempus habent" für einstimmige Choralschola)

Schwäbisches Tagblatt Tübingen, 27. 3. 2018

 

„... Burkhard Kinzler wiederum hat in "Circles & Commas" sein musikalisches Material für einen kleinen Variationenzyklus aus dem Namen des Auftraggebers [See Siang Wong] destilliert. Der Vorgang erinnert auf witzig-kreative Weise an historische Vorbilder wie beispielsweise Schumanns Abegg-Variationen – nebenbei bemerkt mit der in etwa identischen Spieldauer. Die Variationen eröffnen trotz ihrer Kargheit erstaunliche Klang- und Stimmungsdimensionen...“ 

("Circles & Commas", auf der CD "Swiss piano project", See Siang Wong, Klavier)

"Dissonance" 137, 03.2017

 

„... Die Pointe aber war, dass im Zentrum [des Konzerts] eine Werkkombination stand, die typisch ist für die originelle Programmierung von Felbers Vorzeigechor Moto Cantabile. So wurden in die herbstlich gestimmten "Fünf Gesänge" von Johannes Brahms die "Herbstsynkopen" des Schweizers [!] Burkhard Kinzler wie Kommentare zwischen die Sätze eingefügt, und das mit frappantem Resultat. Denn das Auftragswerk bezieht sich nicht nur inhaltlich auf das Thema der Entfaltung im Verwelken, wie es in einem der Kurzgedichte von Andrea Maria Keller heisst. Auch musikalisch schafft Kinzler Bezüge zu Brahms. An den Übergängen zerdehnt er dessen Stimmgewebe mit einem Störton des Flügels bis zum Zerreissen oder führt deren bildhafte Vertonung mit eigenen Bildern weiter: die Musik zittert, lärmt oder steigert die Seufzerketten des "letzten Glücks" bei Brahms zum Taumel eines Blatts, das im Nebel flackert. Zaubertrank als Herbstsynkope Es war auch interpretatorisch der Höhepunkt des Abends, der das Können der Singakademie von detailscharfer Artikulation bis zu weiträumig entfalteten Chorlandschaften vorführte. ... Dass sich die Musik hier [bei Hans Huber] in Urtiefen zurückzog, wenn die Braut den Zaubertrank bis auf den Grund austrinkt, hörte man wie einen Rückbezug zu Kinzlers "Herbstsynkopen", der dieses Romantik-Programm wie unter einen grossen Bogen spannte.

("Herbstsynkopen", Zürcher Singakademie, Ltg. Andreas Felber, Luzern 2. 10. 2016)

Luzerner Zeitung, 5. 10. 2016

 

„... Maddalena Ernst sang dieses bizarre, aber bewegende Werk in einer engen Wechselbeziehung zu der Bratsche von Jonathan Thomas; und oft klang ihre Stimme wie das Instrument mit dramatischen Ausbrüchen und vertrackter Lautcharakteristik. Die Aktion vermittelte hier die Darstellung einer Idee. Bei dem Satz "Obertontanz" wirkten die Haltetöne in ihrer ganzen Fremdheit faszinierend. Kurze Vokalisen bei "Portrait-Hommage", dazu schroffe Forte-Partien kamen mit enormer sängerischer Disziplin..." ("Ich & Ich" Heidenheim 18. 6. 2016)

Heidenheimer Neue Presse, 21. 6. 2016

 

„Das Konzert "junge Stimmen" am Donnerstagabend war schon vom Publikumsaufmarsch her im bis auf den letzten Platz besetzten Berner Münster her ein Grosserfolg. Das Intersse an den beiden Chören, zum einen der Unichor Bern unter der Leitung von Matthias Heep, zum anderen der Chor des Gymnasiums Neufeld Bern unter der Leitung von Christoph Marti, war offensichtlich gross. Ergänzt wurden die Chöre von den Solisten und Solistinnen Bettina Boller (Violine), Andrea Suter (Sopran), Kai Wessel (Altus) und Richard Helm (Bariton).

Gleich zu Beginn wurde klar, dass der Raum und der Umgang mit ihm im Konzep dieses Konzertes eine tragende Rolle spielen. Die Chöre begannen in konventioneller Aufstellung vorne auf dem Podest. Nach einigen Takten schalteten sich die Solisten von der Orgelempore her in das Geschehen ein. Dies war der Beginn einer Choreographie, die sich im Verlauf des Konzertes immer weiterentwickelte. Die Chöre kamen in Bewegung, bewegten sich in Gruppen durch den Kirchenraum, positionierten sich an verschiedenen Orten. Dazu bewegten sich die Solisten ebenfalls durch die verschiedenen Räume der Kirche. Dieser Tanz war auf solch raffinierte Art und Weise angelegt, dass die ganze Aktion der Bewegung/Fortbewegung entweder als zwingend notwendig wahrgenommen wurde oder dem Zuhörer/Zuschauer gar nicht erst auffällt.

Dazu kommen die drei sehr unterschiedlichen Werke von Burkhard Kinzler, Christian Henking und Iris Szeghy, die aber ebenfalls nahtlos miteinander verbunden und so zu einem durchlaufenden Stück wurden. Diese Musik, die mal nach Clustern, langen liegenden Tönen, rhythmisierter Sprache und mal nach Renaissance, Spätromantik oder Zwölf-Ton-Konzept klingt, wurde von den jungen Sängern und Sängerinnen der beiden Chöre mit einer solchen Konzentration und Präzision vorgetragen, dass sie sich der Aufmerksamkeit des vollen Münsters vom ersten bis zum letzten Ton sicher sein konnten. Die ohne Ausnahme brillanten Solisten und Solistinnen trugen das Ihrige dazu bei, dass dieses Konzert zu einem bewegenden und emotional tiefgründigen Erlebnis wurde.

Dieses Konzert kann mit gutem Gewissen als Paradebeispiel gelten, wie neue Kirchenmusik von jungen Laienstimmen in Kombination mit hochprofessionellen Musikern dargeboten werden kann und dabei auf subtile Weise den Zuschauern die Möglichkeit für verschiedene Deutungsweisen und Erlebnisebenen,intellektueller sowie emotionaler Art, bietet. Dazu braucht es eine Musik und ein Gesamtkonzept, welche diese Möglichkeiten in sich tragen. Das war an dem Abend der Fall und weckte hohe Erwartungen an die Fortsetzung des Kongresses.“

Musik & Gottesdienst 70. Jahrgang 2016

 

„Nachhaltige Eindrücke

Einen nachhaltigen Eindruck hinterliess das "Konzert Junge Stimmen" mit Uraufführungen von "Kain und Abel" von Burkhard Kinzler [...] Der Chor des Gymnasiums Neufeld, bekannt für seine experimentierfreudigen Programme, liess zusammen mit dem Chor der Universität Bern, der Sopranistin Andrea Suter, dem Altus Kai Wessel, dem Bariton Richard Helm und der Violinistin Bettina Boller ein Erlebnis entstehen, das in einem Seminar am darauffolgenden Tag nochmals thematisiert wurde und Unvergessliches in den Hörerinnen und Hörern ausgelöst hat.“

musik & liturgie 1/16

 

„Der Kunst ausgesetzt

... Von den vielfältigen Konzert- und musikalischen Gottesdienstbeiträgen sind in erster Linie die Publikum und Kritik druchwegs überzeugenden Kompositionsaufträge und deren Realisierung zu nennen: Im Konzert Junge Stimmen begeisterten die hervorragenden Chöre des Gymnasiums Neufeld Bern und der Universität Bern mit Werken von Burkhard Kinzler (Kain und Abel), Christian Henking und Iris Szeghy...“

dissonanz 133, 03.2016

 

„Jesus als Schmetterling

Zuschauer beeindruckt von Uraufführung

... Am Samstag fand mit der grandiosen Uraufführung eines Stückes von Burkhard Kinzler die Eröffnung der Ausstellung Concentration 2015 statt, die wie jedes Jahr in der Fastenzeit Kunst im Kirchenraum zeigt. Wieder haben eine Künstlerin und ein Komponist im Auftrag der Citypastoral zum selben Thema gearbeitet. Sie haben sich den Psalm 63 vorgenommen, den David in der Wüste schrieb, und dabei zwei kongeniale Werke geschaffen. ... Ein Wandlungsprozess wurde auf sehr berührende Weise auch in der Komposition "Frucht der Wüste" von Burkhard Kinzler deutlich, die das Vokalensemble Konstanz unter der Leitung von Steffen Schreyer brillant darbot. Kinzler bediente sich in seinem Stück mit drei Sätzen der originellen Verbindung von Singstimmen und chromatisch gestimmten Stimmgabeln. Zu Beginn des ersten Satzes, der isch auf den ersten Installationskörper bezog, wurde die Wüste, in der der Suchendes des Psalms 63 leidet, auf erstaunliche Weise hörbar. Die Sänger betraten den Altarraum pustend, zischend und dunkle Windgeräusche nachahmend und schufen so die Atmosphäre, in der ein verzeifelt von den Fraunstimmen gesungener Ruf nach Gott besonders eindringlich wirken konnte. In den Zitaten der feministischen Theologin Dorothee Sölle und der jüdischen Schriftstellerin Nelly Sachs wurde im zweiten Satz mit Bezug auf den zweiten und dritten Installationskörper "die liebende Zuwendung als Weg zu Gott" sowie der Verpuppungsvorgang als "Zwischenzustand zwischen Tod und Leben" klanglich beschrieben, wie Kinzler in einer Ansprache sagte. Im dritten Satz kam die Suche zum Abschluss und die Musik wurde ruhiger, bis der Chor mit einem tiefgründigen Summton den Altarraum verliess. Das Publikum in der vollen Kirche applaudierte ergriffen.“

Südkurier Konstanz, 2. 3. 2015

 

„Zwischen seliger Ruhe und Dramatik

... Eingangs dringt im Konzert in der St.-Michaelis-Kirche aus Burkhard Kinzlers "Totengebet" für Vokalensemble mit Solo-Sopran schliesslich ebenfalls Licht aus dem tiefen Dunkel eines Werks, das auf Georg Kafkas Gedicht "Totengebet" basiert. Georg Kafka, ein entfernter Verwandter Franz Kafkas, schrieb den Text im KZ Theresienstadt, wo er ermordet wurde. Die bestens aufeinander abgestimmten Chorprofis und die brillante Solistin Roterberg spiegeln die schmerzvollen, dissonanzenreichen Aussagen gespenstisch wider. Doch auch in dieser jüngst in Memmingen ur-[recte: erst-]aufgeführten Motette brechen letztlich klingende Helligkeit, die Hoffnung und der Glaube an das Licht Gottes selbst im Anbetracht des allgegenwärtigen Todes durch...“

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 5. 10. 2013

 

„Sensibel, klar, schlicht

... Die Uraufführung Burkhard Kinzlers Stück Fatrasia 1 für Soli, Chor, zwei Klaviere und Perkussion verband gelungen die Neue und Alte Welt. Die rhythmische Vielfalt, vom Metric art Ensemble (Reto Baumann, Luca Borioli, Pit Gutmann, Anna Tuena) mit hoher Präzision und Klangvielfalt getragen, bedeutete auch für den über 100-köpfigen Chor eine grosse Herausforderung. Der grosse Chor bestand aus den Chören Rudolfstetten-Friedlisberg und CoroVivo Zürich. Markus J. Frey hatte das Heft stets fest in der Hand ... Eine gelungen, sensible und in ihrer klaren, schlichten Expressivität gültige Komposition. Davon war man hoffentlich am meisten bewegt an diesem Abend. ..."

(Fatrasia I, UA 21. 9. 2013 Bremgarten)

Aargauer Zeitung, 24. 9. 2013

 

„Magie des Schönklangs

Das Projekt "Numen"

Der Mensch lebt nicht vom Wort allein - daran haben auch 500 Jahre seit der Reformation nichts geändert. Glaube umfasst neben der Verkündigung ebenso das rational nicht Fassbare. Auf der Suche nach diesem Numinosen hat sich ein Gruppe um Beat Gysin und Lukas Langlotz gemacht. Erklärtes Ziel ... ist es, die Wechselwirkung von Klängen und Räumen zu erkunden. Die erste Produktion, "Numen", bespielte mit Streichern, Blockflöten, Akkordeon, Schlagzeug, E-Gitarre und Stimmen grosse Kirchen in verschiedenen Schweizer Städten, zum Abschluss nun ... das Grossmünster.

Für das durchkomponierte Programm hat Burkhard Kinzler, dem auch die musikalische Leitung des Abends oblag, Intermedien geschrieben, die auf Material von Renaissancekomponisten beruhen und die mit ihrer filigranen Instrumentierung neue Perspektiven auf die Vergangenheit eröffneten. ...“

("Numen-Intermedien", Bearbeitungen von "in-nomine"-Vertonungen der englischen Renaissance)

Neue Zürcher Zeitung, 16. 9. 2013

 

„Breites Ausdrucksspektrum

20 Jahre Ensemble TaG

... das über die Region Winterthur hinausstrahlende Kammerensemble für zeitgenössische Musik TaG ... hat ... bewiesen, in wie glänzender Fassung es ist. ... Was war das für ein verrücktes Spektrum von heutigem Komponieren, dem man so begegnen konnte! ... eine zarte Klangstudie von Burkhard Kinzler ...“

("To be continued for a long time", Ensemble TaG)

Neue Zürcher Zeitung, 3. 10. 2012

 

„Dirigent entlockt den Musikern eine unsagbare Klangmagie

Mit lang anhaltendem Applaus feierte das zahlreiche Publikum am Samstagnachmittag vor allem das Werk des Züricher Komponisten Professor Burkhard Kinzler in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Markdorf. "Post tenebras lux" heisst die moderne Psalmenkantate, die der Dirigent, der auch als Chorleiter und Pädagoge wirkt, vor vier Jahren als Kompositionsauftrag der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich zum 500. Geburtstag Jean Calvins geschaffen hat. ... 

In ... seiner Kantate hat Professor Burkhard Kinzler ein Werk geschaffen, welches in seiner schicksalhaften musikalischen Energie als Komposition der Neuzeit kaum zu übertreffen sein dürfte. Geistige Urbilder werden hier in dämonischen Fantasien wachgerufen und faszinieren mit der perfekten Spielsicherheit von Chor und Orchester ein tief beeindrucktes Publikum. Eine unsagbare Klangmagie entlockte der Komponist seinen Musikern beim Dirigieren, die so manchen der Zuhörer zu Tränen rührte.“

("Post tenebras lux", Chor und Orchester der Meersburger Sommerakademie, Leitung Burkhard Kinzler)

schwäbische post.de, 2. 9. 2012

 

„Mani Matter neu entdecken

Das Kammertonquartett mit dem Winterthurer Tenor Valentin Gloor hat 24 Lieder von Mani Matter auf originelle Weise neu interpretiert. 'Kunscht isch geng es Risiko', heisst es im Lied vom Eskimo, dem ein Cembalo zum Verhängnis wird. Das Kammertonquartett liest diesen Satz als Herausforderung und setzt ihn als Titel auf seine CD mit 25 neu arrangierten Mani-Matter-Liedern. ... Das Risiko hat sich gelohnt. Entscheidenden Anteil daran haben die zwölf Schweizer Komponistinnen und Komponisten, die die Mundart-Klassiker neu arrangiert haben. Bei dieser Aufnahme gehen neue Räume auf. ... Die ausgezeichneten Sängerinnen und Sänger ... machen mit ihrem glasklaren Gesang jedes Begleitinstrument überflüssig. Dabei ändern die Stücke den Charakter. Als einfache Lieder oder Chansons kommen sie nun nicht mehr daher. ... Die Professionalität des A-cappella-Quartetts ... verleiht ihnen den Touch des Kunstliedes, zuweiilen sogar mit romantischen Anklängen an Brahms. Die – bei Matter gewiss vorhandene – tiefere Bedeutung wird hervorgehoben, was zuweilen auf Kosten der Leichtigkeit geht. Entschädigt wird man damit, dass der wunderbare Reichtum der Lieder nun direkt Klang geworden ist. ...

Ergreifend auch Burkhard Kinzlers "Dr eint het Angscht", wo die Absurdität mit feiner Ironie auf die Spitze getrieben wird. ... Die verschiedenartigen Bearbeitungen verraten eine sichere Hand bei der Wahl der Mittel. Zusammen mit der ebenso engagierten wie liebevollen Interpretation durch das Kammerton-Quartett ergibt sich eine Hommage, die nicht zum Denkmal erstarrt, sondern Lust darauf macht, den Reichtum dieser Lieder neu zu entdecken.“

Landbote, 29. 6. 2012

 

„Studentenlieder in neuen Couleurs

Rosa ist die Hauptfarbe der Mützen, die die Mitglieder der Zürcher Studentenverbindung "Kyburger" tragen. Anders als in anderen Verbindungen sind unterschiedliche [Mützen-]Formen zugelassen ... Da passt es gar nicht schlecht, dass zum 100. Geburtstag der Verbindung auch die Studentenlieder in verschiedene Formen neu eingekleidet wurden: jazzig oder traditionell, dissonanzenfreudig oder mit rosa leuchtenden Harmonien. Die Arrangements stammen von Burkhard Kinzler, der an der Zürcher Hochschule der Künste Komposition unterrichtet; eingesungen wurden sie vom VocalEnsemble der Zürcher Hochschule der Künste unter Markus Utz. Ob diese Versionen es je in die Verbindungs-Stämme schaffen werden, wird sich zeigen; zumindest theoretisch kommt Kinzlers Konzept dem Verbindungsleben entgegen. Denn zu den meisten Liedern hat er mehrere Sätze komponiert: solche, die professionelle Konzentration erfordern, und andere, die auch von Laien un selbst mit erhöhtem Alkoholspiegel zu bewältigen sind. Aber auch solche für Männerchor und andere, bei denen die Couleursdamen mitmachen dürfen. Auch wenn die sehr gepflegte Aufnahme der doch eher bodenständigen Energie der Lieder zuweilen entgegensteht, so ist dieses Projekt doch ein weiterer Beleg dafür, dass das Potenzial der alten Weisen noch längst nicht ausgereizt ist. Freuen wir uns also über diese CD, pardon: "Gaudeamus igitur". “

Tagesanzeiger Zürich, 13. 4. 2012

 

„Selig sind die Toten

... Eine ganz besondere Epitaph-Komposition für Violine solo hat Steiffs Schwiegersohn, der Komponist Burkhard Kinzler, an Steiffs Todestag geschrieben: "Grabstein für Gerhard", beim Gedenkkonzert eindrucksvoll musiziert von Georg Eckle. Kinzler übersetzt Gerhard Steiffs Namen in Noten, lässt ihn Ton für Ton zu Klang-Ereignissen werden. Verklingende Erscheinungen im Flageolett, dann rau und brüchig am Steg gestrichen, Glissandi wie weinend, klagend. Zuletzt wurden die Saiten mit der flachen Hand abgedämpft, die Töne erstarben...“

(Musikalische Trauerfeier im Gedenken an Gerhard Steiff, 22. 11. 2011, Stiftskirche Tübingen)

Schwäbisches Tagblatt, 24. 11. 2011

 

„Köstlich

...erwiesen sich die von Burkhard Kinzler eigens komponierten Posaunenstücke als starke Kontraste dazu. Kinzler lotete in diesen "Passagen" (gespielt von Samuel Winston Price) auf schlichte Weise mögliche Verbindungen zwischen den Sätzen aus und schuf so Brücken zwischen den verschiedenen Messeteilen und den ergänzenden Motetten...“

("O sacrum convivium", Konzerte des Kammerchors Winterthur und des nzük, Leitung Burkhard Kinzler und Beat Schäfer, 2. und 3. Juli 2011)

Landbote, 5. 7. 2011

 

„Der wunderbare Geist der Freiheit

...Eric Mayr zeigte mit Burkhard Kinzlers "Vier Klavierstücken" die phantasievolle Klangsprache und dynamischen Raffinessen der kleinen, feinen Stücke...“

("Vier Klavierstücke für Paul Giezendanner", Eric Mayr, Festkonzert Heidenheim)

Heidenheimer Zeitung, 21. 6. 2011

 

„Lebendiger Dialog - Bergkirche - Kinzler-Erstaufführung

Die Kantorei der Bergkirche hat sich unter der Leitung Christian Pfeifers durch Aufführung grosser traditioneller Werke der Kirchenmusik ... erfolgreich dargestellt. Hinzu tritt das Bemühen um Entdeckung vergessener, selten gespielter und moderner Kompositionen. In die Reihe dieser Raritäten gehört die deutsche Erstaufführung der 2009 entstanden Psalmenvertonung "post tenebras lux" ... des Schweizer Komponisten Burkhard Kinzler. ... Burkhard Kinzler hat aus dem ... Genfer Psalter fünf "Hauptstücke" ausgewählt und mit modernen Texten, so von Kurt Marti, Paul Celan, Emily Dickinson und Dorothee Sölle konfrontiert, die, wie die fünf komponierten Fixpunkte, um die Befindlichkeit des Menschen in der kreatürlichen Auseinandersetzung nach Zweck und Ziel unseres Erdenweges und der Rechtfertigung vor Gott kreisen. Der Komponist nähert sich dieser Problematik  in einer Tonsprache, die diesen "lebendigen Dialog mit Gott" in vielerlei Brechung widerspiegelt, in a-cappella-Sätzen, dann begleitet von Instrumenten, wobei Klarinette und Posaune eine führende Rolle spielen. Auch die Zuhörer werden bei choralartigen Sequenzen in das musikalische Geschehen einbezogen, das sich vornehmlich in feinem, herbem aber auch sinnlichem Klangreiz artikuliert, auch Elemente der Popularmusik stark akzentuiert einbezieht, so im fünften Psalm "Rache, Busse und Erbarmen". ... Die Choristen bewältigten unter dem präzisen, fordernden Dirigat Christian Pfeifers die enormen Anforderungen der Partitur Kinzlers, die öfter ins Dissonante ausgreifende Gratwanderung der Stimmführung flexibel, intonationssicher mit Bravour - Kompliment! Das Kammerorchester capella montana war ihnen mit schönen Soli (Klarinette und Posaune!) ein souveräner Begleiter.“

("post tenebras lux", Kantorei der Bergkirche Wiesbaden, Leitung Christian Pfeifer)

Wiesbadener Kurier, 29. 3. 2010

 

„ ... Burkhard Kinzler ... fügte dem barocken Werk sechs Intermedien bei, die hier ihre Uraufführung erfuhren: Kompositorische Kleinodien, die ohne avantgardistischen Firlefanz zur nächsten Kantate überleiteten. Es gelang Kinzler, die Musik Buxtehudes gleichsam modern zu beleuchten und in der Wirkung zu verdichten. So hielt sich die Konzentration über das ganze Konzert bis hin zum andachtsvollen Nachhorchen des Publikums vor dem wohlverdienten Schlussapplaus.“

(Intermedien zu membra Jesu nostri, Schaffhauser Madrigalisten und Ensemble Capricornus)

Schaffhauser Nachrichten, 4. 3. 2010

 

„ Von Rache, Zuversicht und Vertrauen

Ende August wurde Burkhard Kinzlers Psalmenkantate "post tenebras lux" in Zürich uraufgeführt: ein multifunktionales Chorwerk mit einer reizvollen Klanglichkeit

Jubiläen haben eine ganz eigene Gesetzlichkeit. Je runder die Zahl, je bedeutsamer die Persönlichkeit, die es zu feiern gilt, um so mehr Energie wird freigesetzt für Aussergewöhnliches, das im Alltag keinen Platz findet. 500 ist eine solche Zahl, Jean Calvin ist eine solche Persönlichkeit. ... Manches davon wird nach dem Festtaumel verpuffen, anderes wird bleiben. Wie zum Beispiel Burkhard Kinzlers Psalmenkantate, die aufgrund eines Kompositionsauftrags der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich zum 500. Geburtstag des Genfers entstanden und am 28. August im Grossmünster Zürich uraufgeführt wurde. Kinzler ist es gelungen, Altes mit Neuem zu verbinden und gleichzeitig ein äusserst praktisches, in vielerlei Kontexten aufführbares Werk zu komponieren. Konzeptioneller Ausgangspunkt seiner Komposition ist der Genfer Psalter, mit dem Calvin einst eines der ersten reformierten Gesangbücher initiierte.

Flexibel und abwechslungsreich

Kinzler greift fünf Psalmen heraus, vertont die französischen und deutschen Texte neu und bettet auch die überlieferten Melodien aus dem 16. Jahrhundert in seine Komposition ein. Und so verschieden die thematischen Schlagwörter sind, mit denen er die einzelnen Psalmen betitelt, so bunt ist auch ihre musikalische Gestalt. Sehr stimmungsvoll ist etwa der Beginn der Kantate, die Vertonung von Psalm 46. Was Kinzler mit 'Zuversicht' überschreibt, lässt er klanglich ganz allmählich heranreifen: Die Instrumente spinnen ein atonales Netz aus Einzeltönen und wachsen zum Akkord zusammen, der Chor ruft mit der alten Melodie einzelne Verse des Psalms hinein, bis sich der kanonische Satz schliesslich zur Vierstimmigkeit formiert. Sehr eindrücklich auch Kinzlers Inszenierung der 'Klage': Sanft und leise lässt er den 22. Psalm vom Chor singen, dehnt die erste Strophe zu einer atmosphärischen Klangfläche aus, zu der er nach einem sich strophisch wiederholenden, kraftvoll sprechenden Choralsatz für die letzte Strophe wieder zurückkehrt. Vielleicht ein wenig zu gewagt erscheint der fröhlich jazzige Gestus, den er für 'Rache und Busse' wählt - fast ein Musical-Song auf die Psalmen 94 und 51, der ... innerhalb der Kantate aber nicht nur einen Kontrast, sondern einen deutlichen Stilbruch markiert. Denn dieser Teil folgt unmittelbar auf das introvertierteste und anspruchsvollste der atonalen "Inselstücke", die Kinzler zwischen die Psalmvertonungen setzt und auf Texte von Kurt Marti, Dorothee Sölle und Paul Celan für ein kleineres A-cappella-Gesangsensemble schreibt. Das Konzept der Kantate ist durchdacht: einzeln aufführbare Sätze, eine variable Besetzung (das Instrumentalensemble kann auch durch eine Orgel ersetzt werden), ein von Stück zu Stück wechselnder Schwierigkeitsgrad, der teilweise auch die Gemeinde zum Mitsingen einlädt, und eine effektbewusste Gestaltung der in sich sehr geschlossenen Sätze. ... Man lernt Kinzler als einen vielseitigen, gekonnt mit Stilzitaten von Mahler, Britten und Ligeti jonglierenden Komponisten kennen, der sehr genau um die Bedürfnisse moderner Kirchenmusik weiss - und dessen Komposition gerade in der halligen Akustik einer Kirche ihre besondere Wirkung entfaltet, wie die hervorragend gespielte Uraufführung des Collegiums Vokale unter Kantor Daniel Schmid zeigte. ...“

("post tenebras lux", Collegium Vocale Grossmünster, Leitung Daniel Schmid)

Schweizer Musikzeitung, Oktober 2009

 

„ ... Im Vergleich hierzu sind die "winterreisen" Burkhard Kinzlers ein Katapultstart in die Moderne. Kinzler, der im Textteil Robert Walser als dichtenden Meister im Sichtbarmachen des trügerischen Scheins zu Wort kommen lässt, setzt noch eins drauf: Angebliche Idylle stellt er dadurch in Frage, indem er verfremdete Weihnachtsliederphrasen einbaut. Hier ist "Ihr Kinderlein kommet" von Unbehagen begleitet. In der musikalischen Umsetzung fordert Kinzler den Chor in einem für Laiensänger ausserordentlichem Masse - und eröffnet ihm damit ein chorisch reizvolles Vergnügen. ...“

SP, 9. 4. 2008

 

„ Der Weihnachtsbaum der Erkenntnis

... Burkhard Kinzlers Winter ging in der Tonsprache schon weiter, was einerseits dazu führte, dass, aus textinterpretatorischer Sicht, die Chorpassagen bei ihm zum Spannendsten gehörten, was der lange Abend zu bieten hatte. Als Dichter hatte sich Kinzler Robert Walser ausgewählt, der auch als Fachmann für Abgründe taugt, wie beispielsweise in "Der Weihnachtsbaum", wo bei Kinzler das dort blossgelegte trügerische Idyll in einer geradezu lakonische Verachtung ausdrückenden Collage aus verfremdet zitierten Weihnachtsweisen karikieren darf. Der Abgrund, der sich hinter dem "Landschäftchen" für Ansichtskarten auftut, öffnet sich in Kinzlers mitunter zubeissend singender Chorführung ebenso. ...“

("winterreisen", Oratorienchor Heidenheim, Leitung Thomas Kammel)

Heidenheimer Zeitung, 8. 4. 2008

 

„ Viele Stimmen suchen den gemeinsamen inneren Ton

Beklemmend, bewegend und befreiend ist eine Uraufführung sakraler Musik am Samstag im Schlusskonzert der Meersburger Sommerakademie gewesen.

Die nüchterne, himmelstrebende Gotik der Stadtkirche, gut achtzig Männer und Frauen stellen sich auf um die Bänke des Mittelschiffs, fast beklemmend nahe am Publikum. Kein Einsatz, kein Chor beginnt, sondern viele Stimmen, auf der Suche nach dem inneren Ton, aus der Tiefe jeder Person, zögerlich, fast röchelnd, kehlig die einen, sich am Kammerton der Stimmgabel orientierend, entschieden die anderen. Ohne feste Notationen, ohne metrische Vorgaben sucht ein Ensemble mit der Freiheit, mit der sich Hazzer in "jam sessions" begegnen: Ein Thema ist vorgegeben, die Improvisation, die Deutung des Einzelnen aber soll ein Ganzes ergeben. Wir erleben die Uraufführung von Burkhard Kinzlers "Übermalung". Das Thema ist ein Begriff - "lamentationes", Leiden. Zeitlos, und doch auch zeitbedingt, weil sich ändert, woran Menschen leiden, was gesellschaftlich erlaubte oder tabuisierte Ausdrucksformen sind, an wen Menschen sich, der Zeit entsprechend, in ihrem Leiden wenden: an Gott, den Fernsehpfarrer, einen Psychiater --oder eine Selbsthilfegruppe?

Burkhard Kinzlers Aufführung beginnt im Heute - bei den Ausführenden, denen er eine öffentliche Intimität abverlangt: vor anderen, mit anderen eine stimmliche Interpretation von Leiden loszulassen. Und dieser Seelentiefe der Töne kann man sich als Hörer nicht entziehen - sie dringt in das eigene Ich. Grundlage der Komposition aber ist das Gestern, die "Lamentationes Jeremiae" des englischen Komponisten Thomas Tallis. Protestantisch klar, metrisch stringent, von der kristallinen Direktheit der Gregorianik, der Madrigale geprägt. Keine psychologische Innerlichkeit, keine Unsicherheiten, eine klare musikalische Linie zwischen Leiden und Erlösung. Das mittelalterliche "Original" von Tallis, reduziert auf die Grundelemente, besetzt Kinzler mit Alt, Sopran, Tenor und Bass, wie vier schlanke Säulen, die einen offenen Raum bilden, betörend eindringlich, rein gesungen von Viola Kremzow, Monika Herzer, Johannes Kaleschke, Jens Hamann. Das alte Leiden, das sich in musikalischen Normen und Regeln bewegt, britisch-protestantisch diszipliniert. Was die Musik, die Kultur damals nicht erlaubte, erlaubt die Moderne - schrille, extreme Sopranhöhen, Ausbrüche, Aufschreie, eine Dynamik des Chors, die anstrengend ist in ihrer Unstetigkeit, ihren Höhen und Tiefen, ihrer metrischen Wechselhaftigkeit - fordernd, wie Leiden, die nicht verdrängt, sondern nach außen gegeben werden. Bewegend, aufrührend die Uraufführung - und befreiend, wenn sich der Chor in den Schlusssequenzen in der erlösend-schönen madrigalischen Harmonie findet. ... Maßstäbe setzend aber war der Mut, die Offenheit, Kinzlers Übermalung zu meistern. Ein unvergesslicher Moment Neuer Musik.“

("Übermalung nach Thomas Tallis" für fünf Solisten und grossen Chor, Chor der Meersburger Sommerakademie, Leitung Burkhard Kinzler)

Südkurier, August 2007

 

„ ... seine bemerkenswerte Gewandtheit im Umgang mit Avantgardetechniken demonstrierte das ensemble chroma in Kinzlers Psalm-Fragment nach Nelly Sachs, das aleatorische Vorgänge mit einbezieht, auf unkonventionelle Vokalpraktiken setzt und ... atmosphärische Dichte hat ...“

(Psalm-Fragment für Vokalensemble und zwei Weingläser, ensemble chroma, Leitung Burkhard Kinzler) Rheinpfalz Ludwigshafen, 17. 8. 2004

 

„ ... Seelische Grenzzustände loten die "Vier Psychogramme" von Burkhard Kinzler aus, die Grundformen der Angst thematisieren und zumal im dritten Satz mit knirschenden Streicher- und hohlen Bläserklängen die Beklemmung physisch spürbar machten ...“

(Vier Psychogramme für Ensemble, ensemble arc-en-ciel (ZHdK)

NZZ, 19. 1. 2004

 

„ ... zur ersten Uraufführung dieser ION (Internationale Orgelwoche Nürnberg) kam es im Ökumenischen Festgottesdienst in St. Lorenz: Lorenz-Kantor Matthias Ank hatte bei Burkhard Kinzler das Werk "Johannes 1, 1 – pro-logos / logos / epi-logos" für Tenor, drei Trompeten und Pauke in Auftrag gegeben. Die Hörer erlebten ein stark rhythmisch geprägtes Stück, das das ION-Motto zunächst nach dem hebräischen, griechischen, lateinischen Text Struktur gewinnen lässt, ehe der deutsche Text sich klar entfaltet und schliesslich den Widrigkeiten babylonischer Sprachverwirrung ausgesetzt wird...“

("Johannes 1, 1", Leitung Matthias Ank)

Sonntagsblatt Nürnberg, Juli 2002

 

 „ ... dass es noch möglich ist, eine eigene Sprache zu finden, zeigte sich an Burkhard Kinzlers für den diesjährigen Evangelischen Kirchentag komponierte Kantate... Es fiel angenehm auf, mit welcher Sicherheit Kinzler, die Tradition nicht verleugnend, einen Weg aufzeigte, der keiner „Mätzchen“ bedurfte, um zum Hörer gelangen zu können, und das ist schon viel. Sogar eine regelrechte Fuge kommt in diesem Zyklus vor, auch reines Atmen und Flüstern, doch ergaben sich die farblichen Elemente aus den ihnen zugrunde liegenden Worten...“

(„so iss dein brot mit freuden“, Ensemble „Tritonus“, Leitung Gerhard Steiff)

Schwäbisches Tagblatt Tübingen, 10. 9. 2001

 

  „... Burkhard Kinzler … löste in der Uraufführung seiner Vokalmotette „so iss dein brot mit freuden“ den Bachschen Begleitapparat in seine Einzelinstrumente auf (sehr einfühlsamer Cellist: Philip Bosbach). Sie bildeten zwischen den zum Teil recht avancierten Gesangsabschnitten nur experimenteller Klangerzeugung einen deutlichen Kontrapunkt zu den akkordischen Aufrauhungen und sehr genau ausgehörten Schichtungen. Unter der motivierenden Leitung von LKMD Michael Graf Münster erlebt Kinzlers formal einleuchtendes und klanglich niemals weder zu betroffen pathetisches noch zu traditionell-expressives Werk ... eine gelungene Uraufführung...“

(„so iss dein brot mit freuden“, „Concerto vocale St. Katharinen“, Leitung Michael Graf Münster)

FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), 19. 6. 2001

 

 „ ... Kinzlers Stück für 16 Solostimmen basiert auf Gedichten Paul Celans – in Worten hochkomprimierte Welt, die keine beliebige Vertonung verträgt. Kinzler wählt ein ebensolches Kompositionsverfahren: komplex in der Harmonik, wie Webern auf den Punkt verdichtet, nur gelegentlich die Spannung lockernd durch Atemgeräusche und lautmalerische Elemente. Das Werk heischt keinen Beifall, es macht keine postmodernen Konzessionen, es steht zur Aura des unbedingt Ästhetischen...“

(„Die Welt ist fort“, Neue Mannheimer Schule, Leitung Prof. Georg Grün)

Nürnberger Nachrichten, 8. 10. 2001

 

 „ ... so schlägt Burkhard Kinzler in seinem “magma“ für Tenorsaxophon und Orgel extremere Töne an. Als würden sie explodieren, brechen die abrupten Figuren des Saxophons aus den Klangflächen der Orgel heraus, es kommt zwischen den Instrumenten zu einer Reibungshitze zwischen Farben und Floskeln. Klanglich war Kinzlers Stück so das eigenwilligste des Abends...“

(„magma“, Andreas Rapp und Dominik Therre)

Mannheimer Morgen, 31. 1. 2001

 

 „ ... kam ... Burkhard Kinzlers Liederzyklus “Langizit“ zur Uraufführung. Robert Walser stand für die Musik einmal mehr Pate als Poet. Der Zyklus zeichnet ein beeindruckendes Porträt von Walser, das Kinzler in eine deutliche Verklärung des verrückten Dichters münden lässt. Im Kontext musikalischer Zersetzungsprozesse, elektronischer Gitarrenwälder und der Beschäftigung mit der Ästhetik unserer Grossväter stach „Langizit“ als stark individualistische Musik hervor, als Notwendigkeit, die hörbar über das Spiel hinausgeht...“

(„Langizit“, Matthias Horn, Studierende der Musikakademie Basel, Leitung Lukas Langlotz)

Basler Zeitung, 2. 5. 2001